2. August 2025
Genf (GE) gehört zu den exklusivsten Wohnmärkten der Schweiz. Genau deshalb funktionieren Zwangsversteigerungen hier als Türöffner: Das Angebot ist selektiv, die Ticketgrössen hoch – und gut vorbereitete Bieter profitieren von Informationsvorteilen. Im gesamtschweizerischen Bild ist der Markt 2024 leicht schlanker geworden (610 Verfahren), das Volumen aber spürbar gestiegen (≈ 670,9 Mio. CHF). Für Genf ist die Pro-Kopf-Quote mit 3,2 Versteigerungen je 100’000 Einwohner zwar niedrig, in absoluten Zahlen liegt der Kanton dennoch im Mittelfeld. Das exklusivere Preisniveau bleibt damit adressierbar – nur eben mit Disziplin und System.
Der Schweizer Versteigerungsmarkt zeigt wiederkehrende Saisonalität: Aktivitätsspitzen fallen regelmässig auf den Frühsommer und Herbst (2024: Juni 75 Termine, Oktober 62), während Juli/August deutlich ruhiger verlaufen. 2023 wurden 644 Verfahren registriert, die Spitzenmonate waren März und Juni (je 79). Für Bieter bedeutet das: Vorlauf für Aktenstudium und Finanzierung einplanen – und die ruhigeren Sommerwochen für selektive Zuschläge nutzen.
Jahr | CH: Anzahl | CH: Volumen | Spitzenmonate | Einordnung Genf |
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2024 | 610 | ≈ 670,9 Mio. CHF | Juni, Oktober | Pro Kopf 3,2 – exklusive, aber planbare Nische. |
2023 | 644 | ≈ 560,7 Mio. CHF | März, Juni | Genf bei Ø-ETW und Ø-Häusern im Spitzenfeld. |
2022 | 622 | ≈ 744,2 Mio. CHF | Mai, Okt./Nov. | ETW in Genf mit landesweit höchsten Ø-Werten. |
2021 | 854 | ≈ 904,3 Mio. CHF | Mai, Juni | Starkes Nachpandemie-Halbjahr, hohe Streuung. |
2023 zählte Genf (GE) bei Eigentumswohnungen zu den teuersten Kantonen (Ø-Verkehrswert ≈ 1,19 Mio. CHF). Auch bei Wohnhäusern lag der Kanton mit ≈ 1,14 Mio. CHF im oberen Bereich. Diese Preisanker sind für die Gebotsdisziplin entscheidend: Sie zeigen, dass hochwertige Mikrolagen am Lac Léman auch im Versteigerungsumfeld ein stabiles Zahlungsniveau erzielen – mit Spielräumen bei objektspezifischem Capex.
2022 lagen die Ø-Preise von Eigentumswohnungen in Genf im Kantonsvergleich ganz vorne, während die Ø-Werte bei Häusern wegen kleiner Stichproben stärker schwankten. Solche Jahreseffekte betonen, wie wichtig die Einzelfallprüfung ist – Durchschnittswerte sind Leitplanken, keine Kaufbefehle.
„Der Verkehrswert ist eine Leitplanke – geboten wird auf den Ertragswert. In Genf entscheidet die Mikrolage, ob aus Exklusivität verlässliche Rendite wird.“
Schweizweit stellen Wohnhäuser und Eigentumswohnungen den Grossteil der Versteigerungen: 2024 rund 75 %, 2023 etwa zwei Drittel. Für Genf heisst das: Die grösste Auswahl und die beste Datenlage finden sich in genau den Segmenten, die sich operativ am verlässlichsten bewirtschaften lassen. Premium-Segmente bleiben selektiv – 2024 lag der CH-Durchschnitt bei Villen bei 3,92 Mio. CHF (2023: 5,1 Mio. CHF).
Südwestliche Kantone prägen die Aktivität: Waadt (VD) und Wallis (VS) rangieren 2024 weiter vorne; Genf (GE) bleibt wegen grosser Bevölkerungsbasis pro Kopf tiefer – absolut aber klar relevant. Für Investoren, die Seelage und internationale Nachfrage adressieren, ist die Kombination aus VD (höheres Aufkommen) und GE (hochpreisige Mikrolagen) besonders ergiebig.
// Ertragswert-Logik für Genfer ETW (vereinfachtes Muster)
Jahresnettomiete = (Miete_peak * Wochen_peak) + (Miete_off * Wochen_off) - Leerstand
Ertragswert = Jahresnettomiete / Diskontsatz
Capex = Hülle + Technik + Innenausbau + Nebenkosten
Sicherheitsabzug = 10%–20% (Mikrolage, Auslastung)
MaxGebot = min(Ertragswert, Verkehrswert) - Capex - Sicherheitsabzug
Kennzahl | Genf (GE) | Schweiz | Interpretation |
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Versteigerungen 2024 | niedrige Pro-Kopf-Quote (3,2) | 610 Fälle, 670,9 Mio. CHF | Exklusive Nische, absolut relevant, diszipliniert bespielbar. |
Ø-ETW (2023) | ≈ 1,19 Mio. CHF | – | Top-Preisanker für Seelage-Strategien. |
Ø-Wohnhaus (2023) | ≈ 1,14 Mio. CHF | – | Hohe Zahlungsbereitschaft in Mikrolagen. |
Objektmix (2024) | Fokus ETW/Wohnhäuser | ≈ 75 % ETW+Wohnhäuser | Beste Datenlage, grösste Liquidität. |
Villen (CH-Ø) | – | 3,92 Mio. (2024) / 5,10 Mio. (2023) | Premium mit Rücksetzer – selektive Value-Adds. |
2024 führen Tessin (TI) (114), Waadt (VD) (77) und Bern (BE) die Rangliste an; Jura (JU) und Glarus (GL) zeigen erhöhte Pro-Kopf-Raten. Für Investoren, die einen hochpreisigen Standort mit internationaler Nachfrage suchen, bleibt Genf (GE) die konzentrierte Qualitätsnische – mit Versteigerungen als Zugang.
Ja. Absolut liegt Genf solide im Mittelfeld. Entscheidend ist das kontinuierliche Screening und die schnelle Aktenanforderung.
Kleine Stichproben verzerren – besonders bei Häusern. Durchschnittswerte als Plausibilitätsgrenzen nutzen, die Entscheidung aber am Einzelfall festmachen.
Frühsommer/Herbst mit hoher Dichte für breites Screening; Juli/August für weniger Wettbewerb und disziplinierte Zuschläge.
In Genf (GE) öffnen Zwangsversteigerungen die Tür in ein knappes, hochwertiges Segment. Wer den Markttakt kennt, Mikrolagen sauber bewertet und konsequent auf Ertragswert bietet, sichert sich in einem der begehrtesten Schweizer Wohnmärkte strukturiert Zugang – mit realistischen Renditen statt Zufall. Und wer zusätzlich die Benchmarks der Nachbarkantone Waadt (VD) und Wallis (VS) im Blick behält, vergrössert die Pipeline ohne Abstriche bei der Qualität.