24. Juli 2025
Zwangsversteigerungen zählen zu den wenigen Märkten, in denen Immobilien systematisch unter dem amtlichen Verkehrswert gehandelt werden. Doch wie gross ist dieser Preisvorteil 2024 tatsächlich? Eine Auswertung der Marktberichte 2021-2024 von Local Auction zeigt: Bereits der gesetzliche Mechanismus sorgt dafür, dass Gebote im ersten Aufruf meist bei 70-80 % des Verkehrswerts starten, und im zweiten Aufruf theoretisch ganz ohne Untergrenze fallen können. In der Praxis ergeben sich so zweistellige prozentuale Rabatte, die insbesondere in preisintensiven Kantonen wie Zürich (ZH) oder Waadt (VD) schnell hunderttausende Franken ausmachen.
«Die beiden Halbjahre 2022 liegen praktisch gleichauf, ein Indiz, dass sich der Markt nach dem Corona-Nachholeffekt 2021 normalisiert hat.» - Marktbericht 2022
Objekttyp | Ø Verkehrswert 2021 | Ø Verkehrswert 2022 | Theoretischer Startpreis* (70 %) |
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Wohnhaus | 1 025 000 CHF | 903 000 CHF | ≈ 632 000 CHF |
Eigentumswohnung | 758 000 CHF | 674 000 CHF | ≈ 472 000 CHF |
Mehrfamilienhaus | 2 424 000 CHF | 8 960 000 CHF | ≈ 6 270 000 CHF |
*Startpreis ≈ 1. Aufruf × 70 %. Rechtlich liegt die Untergrenze zwischen 70 % und 80 % des Verkehrswerts (Art. 130a SchKG), bei einem zweiten Aufruf entfällt sie ganz.
Ein Wohnhaus mit 1 Mio. CHF Verkehrswert in ZH kann also schon bei 700 000 CHF den Zuschlag erhalten. 2021 lag der durchschnittliche Verkehrswert von Zürcher Wohnhäusern bei 1,75 Mio. CHF, jedes Prozent Rabatt entspricht dort ~17 500 CHF.
Prüfen Sie Baujahr, Sanierungen und Mikrolage, gerade bei älteren Schätzgutachten schlummern stille Reserven.
Beobachten Sie Objekte, die im ersten Termin kein Gebot erzielten, dort fallen im Folgeaufruf oft die grössten Rabatte.
Der Zuschlagspreis ist innert 20 Tagen fällig. Ein unwiderrufliches Bank-Zahlungsversprechen bringt Ihnen einen taktischen Vorteil.
Setzen Sie ein Walk-Away-Limit (z. B. 85 % Verkehrswert). Emotionslose Disziplin spart Geld.
Handwerker-Rücklagen, Gebühren und Handänderungssteuer mindern den Rabatt nicht selten um weitere 5-7 %.
Der Unterschied zwischen Verkehrswert und Zuschlag ist kein Marketing-, sondern ein Strukturvorteil des Schweizer Versteigerungssystems. Wer die Spielregeln kennt, kann in Top-Regionen oftmals 15-30 % unter Marktpreis kaufen, ohne die Unsicherheit eines Off-Market-Deals. Dank der transparenteren Datenlage seit 2021 lässt sich dieser Vorteil erstmals quantifizieren, und zeigt klar: Zwangsversteigerungen bleiben auch 2024 der wohl schnellste Weg zum Immobilienrabatt.