10. August 2025

Bauland, Roh- und Restgrundstücke sowie heterogene „Liegenschaften“ (z. B. unbebaute/teilbebaute Parzellen, Abparzellierungen, Zufahrtsflächen, Abstellplätze) sind in Zwangsversteigerungen ein unterschätzter Deal-Flow. Sie kommen seltener als Wohnhäuser oder Eigentumswohnungen zum Zuschlag – bieten aber überdurchschnittliche Preishebel und flexible Exit-Pfade: vom Eigenheimprojekt über kleinteilige Projektentwicklung (Subdivisions) bis zum Landbanking in wachstumsstarken Gemeinden.
Im Vergleich zu Wohnnutzungen ist das Volumen bei Liegenschaften & Grundstücken klein, schwankt jedoch stark von Jahr zu Jahr. Entscheidender als absolute Anzahl ist die breite Wertstreuung: Es gibt sehr günstige Lots (häufig fünfstellig), aber auch großflächige oder ausnutzungsstarke Parzellen im mittleren sechsstelligen Bereich – die Differenz erklärt das Potenzial.
| Jahr | Anzahl Liegenschaften | Ø Verkehrswert (CHF) | Wertverteilung (typisch) | Kontext |
|---|---|---|---|---|
| 2021 | ca. 70 | ≈ 321’000 | Häufung < 50’000, Ausreisser bis ~900’000 | Post-Pandemie Re-Opening; hohe Gesamtaktivität. |
| 2022 | ca. 116 | ≈ 451’000 | Viele Fälle ≤ 20’000, aber breite Streuung | Rückgang Gesamtzahl, Südwesten besonders aktiv. |
| 2023 | ca. 103 | ≈ 150’000 | Fokus im unteren Segment, einige > 380’000 | Gesamtvolumen Markt niedriger, Bauland sehr selektiv. |
| 2024 | ca. 52 | ≈ 200’000 | Kleines Sample, klare Mikrolagen-Prämien | Juni/Oktober starke Auktionsfenster, Volumen gesamt ↑. |
Einordnung: Verkehrswerte sind betreibungsamtliche Schätzungen. Zuschläge können darunter oder – bei „Hotspots“ – darüber liegen. Für Investoren zählen die Nutzbarkeit (Zonenordnung, Erschliessung) und der Residualwert (siehe unten).
Die Auktionsdichte ist traditionell im Süden/Südwesten am höchsten. Für Grundstücksstrategien ergeben sich drei sinnvolle Cluster:
Praktischer Ansatz: In TI/VS/VD Pipeline über mehrere Lose aufbauen; in ZH/GE/ZG selektiv auf „Blue-Chip“-Mikrolagen fokussieren (z. B. Nähe See/ÖV, Hanglagen mit Sicht).
Regelmässig zeigen sich Juni und Oktober als auktionsstarke Monate; Juli/August sind ruhiger. Finanzierungsfreigaben (Bietsicherheit) ideal im Frühling fixieren, damit Objekte in den dichten Fenstern zügig geprüft werden können.
Der Preis eines Grundstücks ergibt sich nicht aus „Vergleichsangeboten“, sondern aus seinem Entwicklungspotenzial. Kern ist die Residualwertrechnung:
Landwert ≈ (stabilisierter Projektwert) – (Baukosten + NK) – (Entwicklergewinn + Risikoaufschlag)
| Parameter | Case A: EFH-Parzelle | Case B: kleinteilige Verdichtung |
|---|---|---|
| Zonenordnung / Ausnützung | W2, AZ 0.4 | W3, AZ 0.8 |
| Grundstücksfläche | 700 m² | 1’200 m² |
| Mögliche BGF | ≈ 280 m² | ≈ 960 m² |
| Stabilisierter Wert (Verkauf) | 2.0 Mio. CHF | 6.2 Mio. CHF |
| Baukosten + NK | 1.55 Mio. CHF | 4.9 Mio. CHF |
| Gewinn + Risikoaufschlag | 200’000 CHF | 700’000 CHF |
| Residualer Landwert | ≈ 250’000 CHF | ≈ 600’000 CHF |
Ergibt die Auktion einen Zuschlag deutlich unter dem Residualwert, entsteht ein belastbarer Puffer – besonders wertvoll bei Kosten- und Zinsvolatilität.
„Grundstücke aus Auktionen belohnen jene, die Zonenrecht lesen können und mit Residualwerten bieten. Der Kauf ist der Gewinn – gebaut wird der Cashflow.“
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