25. Juli 2025
Zwangsversteigerungen sind in der Ostschweiz kein Massenphänomen – und gerade deshalb für Investoren attraktiv. St. Gallen (SG) verbindet eine solide, mittelständisch geprägte Wirtschaft mit bodenständigen Immobilienmärkten. Der Wettbewerb in Versteigerungen ist überschaubar, Informationsvorteile lassen sich systematisch aufbauen, und die Preisspannen zwischen Verkehrswert und Zuschlag eröffnen selektiv Chancen.
Die Schweiz verzeichnete 2024 insgesamt 610 Zwangsversteigerungen bei einem Volumen von rund 670,9 Mio. CHF – ein Plus gegenüber 2023, obwohl die Anzahl der Verfahren leicht sank.
Für St. Gallen (SG) ist die Ausgangslage stabil: 2023 wurden 27 Versteigerungen registriert, was etwa 4,5 Verfahren pro 100’000 Einwohner entspricht.
Preislich zeigt sich eine klare Spreizung nach Objektkategorie: In St. Gallen lag 2023 der durchschnittliche Verkehrswert versteigerter Eigentumswohnungen bei rund 547’000 CHF und von Wohnhäusern bei rund 1,073 Mio. CHF.
Zum Vergleich: 2022 lag der St. Galler Durchschnittswert bei Wohnhäusern bei rund 886’000 CHF; 2021 lag er bei rund 683’000 CHF – ein Indiz für den strukturellen Aufwärtstrend im kantonalen Bestand und die Attraktivität besserer Lagen.
Jahr | Kennzahl | Wert | Kommentar |
---|---|---|---|
2024 (CH) | Anzahl / Volumen | 610 / ~670,9 Mio. CHF | Weniger Verfahren, höheres Volumen – Fokus auf werthaltigere Objekte. |
2023 (SG) | Anzahl | 27 | ~4,5 Verfahren pro 100’000 Einwohner – moderates, planbares Angebot. |
2023 (SG) | Ø Verkehrswert ETW | ~547’000 CHF | Interessant für Buy-to-Let-Strategien bei tragfähiger Miete. |
2023 (SG) | Ø Verkehrswert Wohnhäuser | ~1,073 Mio. CHF | Selektion nach Mikrolage entscheidend (Infrastruktur, ÖV, Nahversorgung). |
2022 (SG) | Ø Verkehrswert Wohnhäuser | ~886’000 CHF | Referenzwert in einer Phase geringerer Fallzahlen. |
2021 (SG) | Ø Verkehrswert Wohnhäuser | ~683’000 CHF | Unterstreicht die mittelfristige Preisachse nach oben. |
Die Aktivität konzentriert sich schweizweit oft in den südlichen Kantonen – etwa im Tessin (TI), im Wallis (VS) und im Waadtland (VD). Städte- und bevölkerungsstarke Kantone wie Zürich (ZH) und Genf (GE) fallen in der Pro-Kopf-Betrachtung naturgemäss zurück, obwohl die absolute Zahl der Versteigerungen hoch sein kann.
Objektseitig dominieren landesweit Wohnhäuser und Eigentumswohnungen mit rund zwei Dritteln bis drei Vierteln aller Verfahren (2023 ca. 68 %, 2024 ca. 75 %). Für Investoren bedeutet das: Das grösste Opportunity-Set liegt in den klassischen Wohnnutzungen – genau hier bietet St. Gallen (SG) solide, gut kalkulierbare Cashflow-Profile.
In der Ostschweiz entscheiden Mikrolagen – ÖV-Anbindung, Nahversorgung, Quartiersubstanz – über Mietertrag und Wertentwicklung. Die Preisspanne zwischen ländlichen Teilmärkten und zentrumsnahen Lagen im Kanton ist eine Quelle für Value-Add-Strategien (Sanierung, Grundriss-Optimierung, Energieeffizienz).
Wer in St. Gallen systematisch prüft, selektiv bietet und die Mikrolage in die Mietkalkulation übersetzt, steigert die Trefferquote – und senkt das Downside-Risiko.
Für risikoarme Erstinvestitionen bieten sich Eigentumswohnungen mit soliden Ø-Verkehrswerten (~547’000 CHF in 2023) an; bei Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern (~1,073 Mio. CHF Ø in 2023) entscheidet die Lagequalität, ob Value-Add-Massnahmen (energetische Sanierung, Grundriss) die Rendite heben.
In der Ostschweiz lohnt der Blick über die Kantonsgrenze: Thurgau (TG) weist bei Eigentumswohnungen teils höhere Durchschnittswerte auf, Glarus (GL) und Jura (JU) zeigen im Verhältnis zur Bevölkerung teils höhere Versteigerungsraten, während Zürich (ZH) absolut stark ist, pro Kopf aber zurückfällt.
Reserve für Sanierungen und Gutachtercheck vor dem Termin. Bei Unsicherheit mehr Sicherheitsabschlag – Disziplin schlägt Spontankauf.
ETW in guten Mikrolagen für Cashflow-Strategien; Einfamilienhäuser mit solider Bausubstanz für Value-Add (energetische Standards, Grundriss-Optimierung).
Frühzeitig Limite sichern; Zuschlagszahlung und Nebenkosten (Handänderung, Gebühren) fest einkalkulieren.
Der Kanton bietet Investoren ein planbares Umfeld, ausreichend Deal-Flow und klare Referenzwerte. Wer datenbasiert selektiert, Mikrolagen versteht und diszipliniert bietet, kann in St. Gallen (SG) nachhaltig Substanz aufbauen – mit kalkulierbarem Risiko und soliden Renditeaussichten.