30. Mai 2025
Eine versteigerte Bestandsimmobilie ist wie eine Schatztruhe voller Rohstoffe, von Massivholzbalken über Fensterflügel bis hin zu alten Tonziegeln. Wer diese Schätze bewahrt statt wegwirft, spart CO₂, reduziert Entsorgungskosten und profitiert von Schweizer Förderprogrammen für zirkuläres Bauen. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du Recycling und Re-Use strategisch in deine Sanierung integrierst, Schritt für Schritt, praxisnah und wirtschaftlich.
«Jede recycelte Tonne Beton spart rund 200 kg CO₂, ein Materialaudit rechnet sich also schon ab 20 m³ Rückbauvolumen.»
Bauteil | Re-Use-Idee | CO₂-Ersparnis kg/m²* | Plattform |
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Massivholzbalken | Sichtträger, Treppenstufen | ▼ 650 | Wood4Future, Bauteilnetz |
Kastenfenster | Innen-Winterfenster (denkmaltauglich) | ▼ 280 | Reuse-Marktplatz ZH |
Ziegel | Re-Roofing oder Schotterersatz | ▼ 170 | Zirkulit-Hub |
Sanitärkeramik | Kunstobjekte, Sitzbänke (Cradle-to-Art) | ▼ 120 | Bauteilbörse Basel |
*Quelle: KBOB CO₂-Faktoren 2025
• Paletten-Terrasse: geölt & verschraubt, Materialkosten < 25 CHF/m²
• Backstein-Speicherwand: alte Backsteine als thermische Masse
hinter dem Ofen
• Schalholz-Akustikdecke: Bretter verschneiden & in Raster
hängen → Hall reduziert um 40 %
In Luzern erwarb Familie Leu 2022 eine Villa via Zwangsversteigerung.
Sie dekonstruierte statt abriss,
85 % der Materialien blieben im Kreislauf.
Highlights: 15 000 Ziegel im Re-Roofing,
Innenwände aus Stampflehm mit Recyclinggips, Fenster aus
Bauteilnetz-Lager.
Ökobilanz: CO₂-Einsparung 74 t,
Renovationskosten um 18 % niedriger als konventionell,
Wertsteigerung +9 %.
Ja, nach SIA 2030 zugelassene RC-Beton-Klassen eignen sich für Wände & Decken bis C30/37, statischen Nachweis vorausgesetzt.
Mit guter Logistik max. +10 %. Der Kostenvorteil überwiegt i. d. R. und Rückbaugebühren sinken erheblich.
Die Liste «Circular Experts» von Madaster Switzerland führt geschulte Betriebe nach Postleitzahl.
Wer alte Immobilien aus der Zwangsversteigerung mit Recyclingbaustoffen renoviert, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Die CO₂-Bilanz sinkt, die Wirtschaftlichkeit steigt. Dank Schweizer Förderungen, wachsender Bauteilbörsen und klarer SIA-Normen ist zirkuläres Bauen kein Nischenprojekt mehr, sondern der neue Standard für zukunftssichere Investments.