5. August 2025
Das Wallis (VS) zählt seit Jahren zu den aktivsten Versteigerungs-Kantonen der Schweiz. 2024 wurden hier 54 Zwangsversteigerungen registriert (Rate: 15,9 je 100’000 Einwohner). Im Vorjahr lag die Aktivität sogar bei 83 Fällen und einer Pro-Kopf-Rate von 24,1. In beiden Jahren zeigt sich: Der Markt speist sich aus zwei Welten – bezahlbaren Talstandorten mit stabiler Nachfrage sowie alpinen Ferienlagen mit Zusatzrendite durch Sechs-bis-Neun-Monats-Vermietung.
Schweizweit blieb die Anzahl der Termine moderat und saisonal geprägt: 610 ZVG in 2024 (Volumen ≈ 670,9 Mio. CHF), 644 in 2023 (≈ 560,7 Mio. CHF), 622 in 2022 (≈ 744,2 Mio. CHF) und 854 in 2021 (≈ 904,3 Mio. CHF). Aktivitätsspitzen: Juni und Oktober 2024; März und Juni 2023. Für Bieter bedeutet das planbare Screening-Fenster – vor allem in den ruhigeren Sommermonaten.
Jahr | Schweiz: Anzahl | Schweiz: Volumen | Wallis (VS): Anzahl | Wallis (VS): je 100’000 Ew. | Saison-Peaks (CH) |
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2024 | 610 | ≈ 670,9 Mio. CHF | 54 | 15,9 | Juni (75), Oktober (62) |
2023 | 644 | ≈ 560,7 Mio. CHF | 83 | 24,1 | März (79), Juni (79) |
2022 | 622 | ≈ 744,2 Mio. CHF | 89 | ≈ 25,9 | Mai/Nov. stark, Sommer ruhig |
2021 | 854 | ≈ 904,3 Mio. CHF | 126 | – | Mai/Juni |
2024 dominierten landesweit Wohnhäuser (256) und Eigentumswohnungen (204) mit zusammen rund 75 % der Verfahren; 2023 waren es ≈ 68 %. In diesen Segmenten entsteht im Wallis der grösste Teil der Chancen – mit verlässlicher Datenlage und hoher Exit-Liquidität. Beim Volumen 2024 lagen Wohnhäuser bei ≈ 284,7 Mio. CHF, Eigentumswohnungen bei ≈ 210,7 Mio. CHF.
Konkrete Preisanker 2023 für VS: Ø-Eigentumswohnung ≈ 594 Tsd. CHF, Ø-Wohnhaus ≈ 486 Tsd. CHF. Diese Werte liegen unter vielen Westschweizer Hotspots und erlauben konservative Kalkulationen – besonders in guten Tal-Mikrolagen.
„Der amtliche Verkehrswert ist der Anker – geboten wird auf den Ertragswert. Wer CAPEX, Mikrolage und Saisonalität sauber rechnet, kauft im Wallis mit Puffer.“
// Bietdisziplin (vereinfachtes Muster für ETW/Haus im Wallis)
Jahresnettomiete = (Miete_winter * Wochen_winter) + (Miete_sommer * Wochen_sommer) - Leerstand
Ertragswert = Jahresnettomiete / Diskontsatz
CAPEX = Hülle + Technik + Innenausbau + Nebenkosten
Sicherheitsabschlag= 10%–20% (Mikrolage, Saisonalität)
MaxGebot = min(Ertragswert, Verkehrswert) - CAPEX - Sicherheitsabschlag
Die Terminwellen sind wiederkehrend: Juni und Oktober liefern Breite, Juli/August sind traditionell ruhiger. In alpinen Lagen, in denen Winterrenditen dominieren, lohnt die antizyklische Gebotsabgabe besonders – die Aufmerksamkeit anderer Bieter ist oft auf Peak-Termine konzentriert.
Südliche Kantone prägen die Aktivität. 2024 führt Tessin (TI) mit 114 Terminen (Quote 32,6), gefolgt von Waadt (VD) (77; Quote 9,3) und Wallis (VS) (54; Quote 15,9). Für Investoren entsteht so ein attraktives Dreieck: Waadt = Breite am Genfersee, Tessin = hoher Dealflow, Wallis = alpine Qualität mit moderaten Einstiegen in den Tallagen.
Kennzahl | Wallis (VS) | Schweiz | Hinweis |
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Anzahl ZVG 2024 | 54 | 610 | Dealflow vorhanden, trotz leichter CH-Delle in der Anzahl. |
Rate je 100’000 (2024) | 15,9 | – | Über CH-Schnitt; Wettbewerb verteilt sich. |
Ø ETW (2023) | ≈ 594 Tsd. CHF | – | Moderates Einstiegsband in Tallagen. |
Ø Wohnhaus (2023) | ≈ 486 Tsd. CHF | – | Spielraum für Value-Add (Hülle/Technik). |
CH-Volumen | – | ≈ 670,9 Mio. (2024) / 560,7 Mio. (2023) | Höhere Ticketgrössen 2024 trotz weniger Termine. |
Sion, Sierre, Brig-Glis, Visp, Martigny (VS) für kontinuierliche Vermietung; Zermatt, Verbier, Crans-Montana (VS) für saisonale Upside.
In der Sommerdelle (Juli/August) sind weniger Termine; in Peaks (Juni/Oktober) mit klaren Obergrenzen bieten.
2–3-Zimmer-ETW mit Stellplatz/Balkon in Talstädten; einfache Ein-/Zweifamilienhäuser mit planbarem CAPEX.
Das Wallis (VS) vereint alpine Premiumlagen und bezahlbare Talstandorte. Die Daten der letzten Jahre zeigen verlässliche Saisonalität, einen hohen Anteil wohnwirtschaftlicher Objekte und moderatere Ø-Preise als in vielen Nachbarkantonen. Wer Mikrolage, CAPEX und Timing diszipliniert zusammenführt, findet im Rhonetal wie auf der Höhe Chancen – vom charmanten Chalet bis zum robusten Renditeobjekt.