5. April 2025
Am 20. Oktober 2006 kam das stark vernachlässigte Schloss Rued unter den Hammer. Nach nur wenigen Bieterrunden erhielt die Aargauer High-Tech-Firma Erowa AG den Zuschlag, und zwar für 2,72 Millionen CHF. Damit war nicht nur die sofortige Rettung des Baudenkmals sichergestellt, sondern auch eine umfassende Restaurierung eingeläutet, die 2018 erfolgreich abgeschlossen wurde.
«Der Kanton könnte niemals alle Schlösser erhalten, engagierte Unternehmer wie Erowa sind für die Denkmalpflege ein Glücksfall.»
Datum | Ereignis |
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1347 | Erste urkundliche Erwähnung einer Burg Rued. |
1775 | Grossbrand zerstört die mittelalterliche Anlage. |
1792 - 1796 | Wiederaufbau als frühklassizistisches Landschloss durch Carl Friedrich von May. |
1989 | Verkauf an Investor H. A. Strittmatter, fehlende Unterhaltsmittel führen zum Verfall. |
20.10.2006 | Zwangsversteigerung: Erowa AG erwirbt das Schloss für 2,72 Mio. CHF. |
2010 - 2014 | Planung & denkmalpflegerische Konzepte, Baubewilligung erteilt. |
2014 - 2018 | Gesamtsanierung inklusive Unterkellerung, Rückbau von Fehlumbauten und Re-Integration historischer Bauteile. |
April 2018 | Wiedereröffnung als öffentliches Seminar- und Begegnungszentrum mit Dorffest. |
Kann ein Höchstbieter ein geschütztes Schloss einfach abreißen?
Nein. Unterschutzstellung verpflichtet zur Erhaltung, Abbruchbewilligungen sind praktisch ausgeschlossen.
Gibt es Finanzierungshilfen?
Ja. Neben kantonalen Beiträgen gewähren Bund, Lotteriefonds und Stiftungen zinslose Darlehen oder à-fonds-perdu-Beiträge.
Darf das Schloss als Privathaus genutzt werden?
Grundsätzlich ja, solange öffentliche Interessen (Zugang, Erscheinungsbild) gewahrt bleiben und Nutzungen mit den Auflagen kompatibel sind.
Die Zwangsversteigerung von Schloss Rued ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein gesetzlich streng geregeltes Verfahren marode Kulturgüter retten und einer zukunftsfähigen Nutzung zuführen kann. Dank klaren SchKG-Abläufen, engagierter Eigentümerschaft und konstruktiver Denkmalpflege wurde aus einem Sorgenkind ein lebendiges Seminar- und Begegnungszentrum, zum Gewinn für Region, Kultur und Wirtschaft gleichermassen.