22. Juni 2025
Der Zwangsversteigerungsmarkt spiegelt die grossen Trends des Freimarktes, oft mit einem Zeitversatz von zwölf bis achtzehn Monaten. Seit dem Zinsanstieg 2022 haben sich die Präferenzen der Bietenden spürbar verschoben: hin zu kleineren, energieeffizienten Einheiten in Top-Lagen oder zu entwicklungsfähigen Mehrfamilienhäusern, während periphäre Grossobjekte an Attraktivität einbüssen. Basierend auf mehr als 6 500 Gantprotokollen des Jahres 2024/25 zeigen wir, welche Objektkategorien in der Schweiz momentan die Nase vorn haben, und warum.
Rang | Typ | Zuschlagsquote* | Ø Preisabschlag | Kaufmotive |
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1 | 2½-3½-Zimmer-Eigentumswohnung | 95 % | -8 % | Single/Paare, sofort vermietbar |
2 | MFH 4-10 Einheiten (Bauj. 1960-90) | 93 % | -15 % | Value-Add durch Energiesanierung |
3 | Ferienwohnung < 70 m² (Tessin/Wallis) | 90 % | -11 % | Zweitwohnsitz, AirBnB-Ertrag |
4 | Kompaktes EFH im Agglo-Gürtel | 88 % | -13 % | Junge Familien, Land-City-Hybrid |
5 | Rustico / Tiny-House-taugliches Objekt | 82 % | -18 % | DIY-Sanierer, Eco-Tourismus |
*Zuschlagsquote = Anteil der Auktionen mit Zuschlag ≥ Schätzwert×0,9.
Typ | Ø Zuschlag CHF/m² | Ø Miete CHF/m² | Brutto-Yield |
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2½-3½ Zi Whg. | 6 950 | 310 | 4,5 % |
MFH Value-Add | 4 200 | 230 | 5,7 % |
Ferienapt. | 7 100 | 390 | 5,3 % |
EFH Agglo | 5 000 | — | Eigenheim, 3,8 % Immo-ROI |
Rustico | 3 100 | 180* | 6,1 % |
*Kurzzeit-Miete umgerechnet auf Vollauslastung.
Die Schweiz erlebt eine Dualität bei Zwangsversteigerungen: Compact-Urban und Value-Add-Multiunit dominieren die Zuschläge, flankiert von Ferien- und Tiny-Formaten mit Lifestyle-Bonus. Solange Zinsen hoch bleiben und ESG-Vorgaben verschärft werden, verschiebt sich Kapital von grossformatigen Altlasten hin zu kleinen, flexiblen und energetisch optimierbaren Gebäuden. Wer diese Typen identifiziert, kalkuliert und clever saniert, sichert sich auch in Zukunft satte Discount-Renditen.