16. Juli 2025
Wer heutzutage in Schweizer Betongold investieren will, merkt schnell: klassische Marktangebote sind knapp, teuer und hart umkämpft. Ganz anders das Auktionssegment: Zwangsversteigerungen bieten eine einzigartige Kombination aus Preisabschlag, Transparenz und Geschwindigkeit. Die aktuellen Marktberichte 2021-2024 legen eindrucksvoll dar, warum dieses Teilsegment gerade jetzt für Eigennutzer, Kapitalanleger und Projektentwickler interessant ist.
Objekttyp 2024 | Ø Verkehrswert (CHF) |
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Villa | 3,92 Mio. |
Wohn-/Geschäftshaus | 1,82 Mio. |
Mehrfamilienhaus | 1,59 Mio. |
Wohnhaus | 1,11 Mio. |
Eigentumswohnung | 0,74 Mio. |
Quelle: Schweiz Zwangsversteigerungsmarkt 2024.
Da kantonal der erste Aufrufpreis in der Regel bei zwei Dritteln des amtlichen Verkehrswerts startet, ergeben sich realistische Einstiegspreise von 500-750 Tsd. CHF für das durchschnittliche Einfamilienhaus, ein Niveau, das im freien Markt vielerorts längst Geschichte ist.
Nach dem Pandemie-Peak 2021 (904 Mio. CHF Volumen) pendelte sich das jährliche Auktionsvolumen bei 560,7 Mio. CHF (2023) und 670,9 Mio. CHF (2024) ein, ein Zuwachs von knapp 20 % innerhalb eines Jahres.
„Das Gesamtvolumen zog 2024 um fast 20 % an, obwohl die Objektzahl leicht sank, ein klarer Hinweis auf höherwertige Immobilien unter dem Hammer.“
Auktionen sind kein Grossstadt-Phänomen, im Gegenteil. Betrachtet man die Versteigerungen pro 100 000 Einwohner, sticht vor allem der Süden heraus:
Kanton 2024 | Fälle / 100 000 EW |
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Tessin (TI) | 32,6 |
Jura (JU) | 17,8 |
Wallis (VS) | 15,9 |
Solothurn (SO) | 15,6 |
Waadt (VD) | 9,3 |
Zürich (ZH) | 1,9 |
Quelle: Marktbericht 2024
Besonders auffällig: Jura und Solothurn sind zwar klein, bieten aber hohe Quoten und deutlich unterdurchschnittliche Verkehrswerte (z. B. Wohnhaus Jura Ø 135 Tsd. CHF 2023).
Wohnhäuser und Eigentumswohnungen stellten 2024 erneut 75 % aller Auktionen. Das bedeutet: eine Kalkulation mit marktgängigen Mieten und Exit-Werten ist einfach möglich, weil es genügend Vergleichstransaktionen gibt.
In der Regel sind 10 % Anzahlung direkt nach Zuschlag in bar oder durch Bankgarantie fällig, der Restbetrag binnen 20-30 Tagen.
Wird der Mindestpreis (i. d. R. ⅔ des Verkehrswerts) nicht erreicht, kann das Amt einen neuen Termin oder eine Freihandveräusserung ansetzen, oft zu nochmals besseren Konditionen für hartnäckige Investorinnen.
Mit überwiegend erschwinglichen Einstiegspreisen, steigenden Volumina und starken regionalen Hot-Spots beweist der Zwangsversteigerungsmarkt in der Schweiz, dass er längst aus der „Nischen-Ecke“ herausgewachsen ist. Wer rechtzeitig Termine checkt, Finanzierung sichert und die lokale Nachfrage versteht, kann sich 2025 Attraktivitäts-Prämien sichern, von denen klassische Inserate nur träumen lassen.