11. Juni 2025
Ein Objekt aus der Zwangsversteigerung kann finanziell glänzen, solange keine „Leichen im Keller“ lauern. Altlasten im Boden, Asbest unter dem Dach oder unsichtbare Feuchte können jede Rendite pulverisieren. Weil die Haftung des Schuldners wegfällt, musst du das Risiko managen. Zum Glück gibt es in der Schweiz klare Datenbanken, smarte Messtechnik und versierte Experten, die eine verlässliche Risikoanalyse auch bei limitierten Besichtigungsterminen ermöglichen. Der folgende Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Altlasten aufspürst, Mängel bewertest und dich vertraglich, technisch und finanziell absicherst.
Indiz | Massnahme | Kosten (Ø) |
---|---|---|
Ehem. Tankstelle / Schlosserei | Vollgutachten + Bohrkerne | CHF 6 000-10 000 |
Kein Katastereintrag, aber Baujahr < 1960 | Screening auf PAK / Schwermetalle | CHF 2 500 |
Wohnzone, Baujahr > 1990 | Nur Sicht- & Geruchskontrolle | CHF 0* |
*Im Rahmen der Besichtigung selbst durchführbar.
• Feuchtemessgerät (< CHF 80)
• Infrarotthermometer
• Endoskop-Kamera
• Mini-Checkliste (Dach, Keller, Technik)
Baujahr-Indikator:
Prävention: Screening-Package (CHF 1 800-2 500) beauftragen. Entsorgungskosten: Asbest ≈ CHF 200-300/m², PCB-haltige Fugen CHF 60/Laufmeter.
Sanierungspuffer = Technik + Gebäudehülle + Unbekannte 10 %
= (40 % HP) + (25 % HP) + (10 % HP)
Unbekannte Altlasten und versteckte Mängel lassen sich mit dem richtigen Mix aus Datenbanken, Schnelltests, Expertenblick und finanziellen Puffern beherrschen. Machst du deine Hausaufgaben, wird die Zwangsversteigerung nicht zum Risikospiel, sondern zur kalkulierbaren Chance mit nachhaltiger Rendite.